Kritik/Sexismus/Unverständnis

xrtze
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Re: Kritik/Sexismus/Unverständnis

Beitrag von xrtze » Mi 11. Jul 2018, 13:03

ajuna hat geschrieben:
Fr 6. Jul 2018, 16:25
Ich darf dir leider zustimmen!
Hatten leider total idiotische Nachbarn auf dem Zeltplatz (an der großen Kreuzung in der nähe von der Oase), wo ich mich fragen durfte was die überhaupt auf der Fusion gesucht haben. Angefangen von ihrem 24/7 Alkoholkonsum, einem Totem mit Deutschland Blumenkette und Deutschlandfähnchen (sic!!) zu ausdrücken wie nigger (ohne scheiß da hat jemand die n-bombe gedropped). Leider konnte ich mich in diesem moment nicht mehr als ekeln und die menschen rechts liegen lassen. Aufgrund meiner verballertheit hab ich mich nicht getraut eine Konfrontation mit den Dunkeldeutschen Ballermannatzen zu suchen (dafür schäme ich mich jetzt, sorry an alle! Das wäre in diesem moment meine Aufgabe gewesen etwas zu sagen).

Ansonsten hatte ich viele schöne, soziale menschliche Momente.

Allgemein denke ich das die Fusion auch nur ein Teil eines Spiegels unserer Gesellschaft ist. Und da es eine sehr große Veranstaltung ist, ist sie halt nicht ganz homogen was die Horizonte der Leute betrifft.
Da liegt es an uns allen für mehr Respekt, Achtsamkeit und Liebe innerhalb unserer Gemeinschaft zu sorgen!
Hey, in so Momenten darfst du gerne die Secu als Unterstützung holen, wenn du dir das alleine nicht zutraust, wie im Programmheft ausdrücklich klar gemacht wurde. Solche Atzen gehen direkt vom Festival und der Deutschland-Scheiß wird entsorgt.
Alternativ einfach laut über den Platz rufen und Leute drauf hinweisen, da finden sich spontan genug in den Camps.

xrtze
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Re: Kritik/Sexismus/Unverständnis

Beitrag von xrtze » Mi 11. Jul 2018, 13:23

Doktor hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 16:28
Passend dazu haben uns auch die "No Shirt-No Service"-Schilder gar nicht gepasst. Ich als Mann lasse mir sicherlich nicht vorschreiben wie ich mich bei 30 Grad zu kleiden habe. Ich werde im Alltag auf Grund meines Aussehens auch am laufenden Band blöd angeschaut. Soll ich jetzt deshalb von allen verlangen so rumzulaufen wie ich? Aber dazu wurde hier im Forum ja schon genug sinnvolle Kritik geäußert. Ziemlich fehlgeleitet das ganze.
Für uns war das jedenfalls dieses Jahr schon Grund genug nicht auf Monis Rache zu fahren. Falls die Regel nächstes Jahr ebenfalls wieder gelten sollte, werden ein paar von uns jedenfalls nur noch mit kleinem bauchfreien Shirt und sonst gar nichts rumlaufen.
Warum tut dir das so doll weh? Warum der männliche Abwehrreflex? Ich habe zu viele Freundinnen, die nicht auf Festivals fahren oder nur mit Bauchschmerzen, weil überall Typen shirtless rumlaufen. Nur eine von hundertausend alltäglichen Erfahrungen, nicht die gleichen Privilegien zu haben wie Männer.

Auf meiner ersten Fusion bin ich selbst sauer über den Hinweis geworden, nachdem ich mein Shirt ausgezogen hatte. Heute bin ich dankbar für den Impuls, meine Männlichkeit kritisch zu hinterfragen. Damals war ich felsenfest der Meinung "das kann doch nicht der Weg sein, es soll nicht weniger sondern mehr Privilegien geben, die Frauen müssen auch einfach oberkörperfrei rumlaufen".

Seitdem beobachte ich und stelle fest: Nee warte mal, so einfach ist das nicht. Das heißt nicht umsonst männliches Privileg, also etwas, was nicht allen zusteht.
Der Mehrzahl (nicht allen! nicht den meisten!) der shirtlosen Typen unterstelle ich, dass sie zumindest unbewusst ihren tollen Körper präsentieren wollen. Gesehen werden. Blicke kassieren. Imponieren. Vielleicht zieht das ja eine wen an...
Befreundete Frauen erzählten mir von der Angst, ihr Shirt auszuziehen. Weil dann garrantiert noch mehr blöde Anmachen/Blicke/Sprüche kommen. Weil sie sexuelle Übergriffe erlebt haben und Angst, dass das wieder passiert. Weil sie als einzige Frau dastehen. Weil sie das nicht gewohnt sind. Weil sie sich wegen der erlebten Übergriffe verdammt unwohl fühlen, sobald der nächste Typ sich einfach so sein Shirt auszieht. Weil das Erinnerungen zurückholt, die sie beim Feiern nicht präsent haben wollen. Weil ihnen das den Abend versaut. Weil sie nicht sicher sein können, dass nicht gleich der nächste Übergriff passiert.
Und ja, auch auf der Fusion passiert die ganze Zeit übergriffiges Verhalten. Da drängen sich Typen auf, Rempeln im Vorbeigehen oder stoßen "ausversehen" an Hintern oder Brüste, machen blöde Sprüche, sexistische Kommentaren, machen dich zum Objekt, dringen in deinen Raum ein, akzeptieren ein Nein nicht, sehen dich als Beute, haben es nicht so gemeint, stellen sich an die Frauenpissrinnen und drücken einen Spruch, zeigen ihren Penis, etc.

Natürlich ist nicht das Ziel, dass alle ihr Shirt anbehalten. Schön wäre es, wenn alle bei Bedarf nackt feiern können und sich dabei wohlfühlen können, in dem Vertrauen, dass ihr Level wahrgenommen und respektiert wird, dass dir die anderen ohne Hintergedanken gegenübertreten, dass niemand übergriff wird.
Aber da sind wir noch lange nicht. Der Hinweis an Typen, ihr Shirt anzulassen (auf der Fusion durch die No Shirt No Service Schilder äußerst sanft umgesetzt) ist ein Versuch, einen Schritt in die Richtung zu machen. Weil Solidarität und Unterstützung mit und für FLTIQ* als Mann vor allem heißt, sich Kritik anzuhören, zu reflektieren, zu lernen und eigenes Verhalten zu ändern.

Ich habe mir die momentanen Geschlechterrealitäten nicht ausgedacht und auch nicht ausgesucht. Aber ich kann mir das Dagegen aussuchen. Und das heißt, wahrzunehmen statt zu leugnen, welchen Effekt es hat, wenn ich als Typ mein Shirt ausziehe. Die Kritik zu hören und mich auf den Versuch einzulassen. Das nicht als großen Verlust einer Freiheit einzusortieren, sondern als Teil einer Auseinandersetzung mit mir Selbst, die notwendig und wertvoll ist. Mittlerweile nehme ich übergriffig Verhalten viel mehr wahr, als früher, vor der Auseinandersetzung. Jetzt sind mir die ganzen shirtlosen selbst unangenehm, auch wenn ich selbst nicht so direkt von der ganzen Scheiße betroffen bin, die Frauen Lesben Trans Inter Queere * sich andauernd reinziehen müssen.

Vielleicht erreiche ich dich ja damit und du probierst es beim nächsten Festival aus? Vielleicht sehen wir uns ja doch auf der Rache, einem in der Hinsicht wenigen progressiven Festivals, die versuchen, da einen Safer Space aufzumachen.

hoax1337
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Re: Kritik/Sexismus/Unverständnis

Beitrag von hoax1337 » Do 12. Jul 2018, 16:14

xrtze hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 13:23
Doktor hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 16:28
Passend dazu haben uns auch die "No Shirt-No Service"-Schilder gar nicht gepasst. Ich als Mann lasse mir sicherlich nicht vorschreiben wie ich mich bei 30 Grad zu kleiden habe. Ich werde im Alltag auf Grund meines Aussehens auch am laufenden Band blöd angeschaut. Soll ich jetzt deshalb von allen verlangen so rumzulaufen wie ich? Aber dazu wurde hier im Forum ja schon genug sinnvolle Kritik geäußert. Ziemlich fehlgeleitet das ganze.
Für uns war das jedenfalls dieses Jahr schon Grund genug nicht auf Monis Rache zu fahren. Falls die Regel nächstes Jahr ebenfalls wieder gelten sollte, werden ein paar von uns jedenfalls nur noch mit kleinem bauchfreien Shirt und sonst gar nichts rumlaufen.

Seitdem beobachte ich und stelle fest: Nee warte mal, so einfach ist das nicht. Das heißt nicht umsonst männliches Privileg, also etwas, was nicht allen zusteht.
Der Mehrzahl (nicht allen! nicht den meisten!) der shirtlosen Typen unterstelle ich, dass sie zumindest unbewusst ihren tollen Körper präsentieren wollen. Gesehen werden. Blicke kassieren. Imponieren. Vielleicht zieht das ja eine wen an...
Befreundete Frauen erzählten mir von der Angst, ihr Shirt auszuziehen. Weil dann garrantiert noch mehr blöde Anmachen/Blicke/Sprüche kommen. Weil sie sexuelle Übergriffe erlebt haben und Angst, dass das wieder passiert. Weil sie als einzige Frau dastehen. Weil sie das nicht gewohnt sind. Weil sie sich wegen der erlebten Übergriffe verdammt unwohl fühlen, sobald der nächste Typ sich einfach so sein Shirt auszieht. Weil das Erinnerungen zurückholt, die sie beim Feiern nicht präsent haben wollen. Weil ihnen das den Abend versaut. Weil sie nicht sicher sein können, dass nicht gleich der nächste Übergriff passiert.
Und ja, auch auf der Fusion passiert die ganze Zeit übergriffiges Verhalten. Da drängen sich Typen auf, Rempeln im Vorbeigehen oder stoßen "ausversehen" an Hintern oder Brüste, machen blöde Sprüche, sexistische Kommentaren, machen dich zum Objekt, dringen in deinen Raum ein, akzeptieren ein Nein nicht, sehen dich als Beute, haben es nicht so gemeint, stellen sich an die Frauenpissrinnen und drücken einen Spruch, zeigen ihren Penis, etc.
Ich komme noch nicht ganz mit bei dem Argumentationsschritt von "Frauen werden evntl. belästigt, wenn sie Ihr shirt ausziehen" zu "Frauen haben Angst diese Belästigung zu erfahren, wenn Männer ihr Shirt ausziehen".

Beeblebrox
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Re: Kritik/Sexismus/Unverständnis

Beitrag von Beeblebrox » Fr 13. Jul 2018, 13:25

xrtze hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 13:23
Jetzt sind mir die ganzen shirtlosen selbst unangenehm, [...]
Wenn das so ist, dann hast Du Dich einlullen lassen.

"auch wenn ich selbst nicht so direkt von der ganzen Scheiße betroffen bin, die Frauen Lesben Trans Inter Queere * sich andauernd reinziehen müssen. "
Das obwohl Du nicht direkt betroffen bist - und dennoch, auch männliche und weibliche Hetero Barkeeper müssen sich viel Scheiße anschauen, weil..: Besoffene.
Das betrifft nicht nur die Queer Community. Und wenn jemand seelisch darunter leidet, ist Barkeeper vielleicht nicht die beste Option. Dennoch hat man als Barkeeper auf der Fusion bestimmt ein paar mehr Druffies zu versorgen, dennoch ist dieses Festival ein Ort, wo mehr von den Zahmen rumrennen.

Und was ist mit: "Natürlich ist nicht das Ziel, dass alle ihr Shirt anbehalten.
Schön wäre es, wenn alle bei Bedarf nackt feiern können und sich dabei wohlfühlen können, in dem Vertrauen, dass ihr Level wahrgenommen und respektiert wird, dass dir die anderen ohne Hintergedanken gegenübertreten, dass niemand übergriff wird. "

Yo: Shirt anlassen unter Zwang würde erstens genau das unterbinden und zweitens: Ein respektloser Typ, der eine Frau dumm anmachen will, kann das auch mit Shirt tun. Als ob ihn das abhält!?

Aber schön, wenn es dafür gesorgt hat, dass Du bei Übergriffen besser hinschaust.

Ich finde es auch nicht richtig, dass es generell bei Männern eher akzeptiert ist, wenn sie ObenOhne herumlaufen. Nichtsdestotrotz ist gerade die Fusion ein Ort, wo auch frau problemlos blank ziehen kann, wenn sie sich danach fühlt. Auch in Deutschland kann frau am Strand ohne Probleme ObenOhne rumlaufen, wenn sie will.

Ich persönlich habe die 'No Shirt, No Service' Schilder nicht gefeiert und ehrlich gesagt auch nicht ganz verstanden, an wen genau die sich jetzt richten sollen - gerade bei 30 Grad im Schatten soll bitte jeder sich entblößen und auch wohl dabei fühlen dürfen, ohne das Recht auf den Erwerb von zum Teil ;) lebenserhaltender Flüssigkeiten abgesprochen zu bekommen!
Gerade auf der Fusion!!!
Irgendwer meinte, das könne an den Transen liegen, die dort gearbeitet haben oder irgendwann ist vielleicht mal was Komisches passiert im Vorjahr - Dennoch finde ich das nicht akzeptabel. Wo doch alle vom Freisein labern. Dann soll bitte klargestellt werden, worum es geht und wieso das gemacht wird.
Ich habe selber gesehen, wie die dort arbeitenden Transen jedes Mal beim Öffnen einer Flasche so getan haben, als hätten sie ihren Pimmel in der Hand und laut gestöhnt, wenn die Flasche sich öffnet... Ich habe nichts gegen Transen und ich habe auch nichts gegen Stöhnen beim Flaschenöffnen, aber wenn dann ObenOhne als antösßig betrachtet wird, dann das ja wohl erst recht. Gibt genug Leute, die sich darüber aufregen würden. Diese Doppelmoral gehört sich nicht, finde ich.

Du sagst: "Der Mehrzahl (nicht allen! nicht den meisten!) der shirtlosen Typen unterstelle ich, dass sie zumindest unbewusst ihren tollen Körper präsentieren wollen. Gesehen werden. Blicke kassieren. Imponieren. "
Ganz ehrlich: Du hast keine Ahnung, wer sich irgendwas Besonderes dabei denkt oder nicht. Deine Ansicht trifft in gewissen Umfeldern bestimmt zu, aber bei einem Festival wie der Fusion kannst Du schon wohl eher damit rechnen, dass mehr Menschen anwesend sind, die sich erstens nicht solche Gedanken machen, sondern sich einfach bei Hitze einfach wohler fühlen ohne Shirt - was den Frauen GERADE auf der Fusion genauso gestattet ist!!! - oder zweitens, sich einfach auch mit ihrem Körper wohlfühlen und sich nicht daran stören, auch mal oben ohne & nackig zu sein. Und drittens, wo Menschen anwesend sind, die andere Menschen rumlaufen lassen, wie diese es wollen. In einem Umfeld, wo man nicht damit rechnen muss, dafür komische Blicke zu kassieren!Und wer Dir dafür auf der Fusion komische Blicke zuwirft, hat nix vom Fusion Gefühl verstanden und darf gehen.

Das war jedenfalls die letzten sechs Jahre meiner Fusionerfahrungen so und auch das ein Grund, warum ich dieses Zusammenkommen gefeiert habe.
Dort fahren Menschen nackig Fahrrad. Schlimm? Oh nein. Sollen sie doch. Ist doch schön, wenn sie sich in ihrem Körper wohlfühlen! Wer das nicht feiert, hat in einem Spektrum von 360° Umschau genug andere Winkel, in die er/sie die eigenen Augen wandern lassen kann, auf der Fusion gibt's genug zu sehen! Es gibt doch wohl einen Unterschied (den man den Leuten finde ich auch ansieht), ob sie ObenOhne rumtanzen weil sie es für sich schön finden oder ob sie selbstgeil rumrennen und versuchen zu imponieren... Selbst ein Bodybuilder soll bitte rumrennen dürfen, wie er will, wenn er viel Zeit und Kraft da reingesteckt hat, um sich mit sich selbst wohlzufühlen. Und wenn da mal ein Spinner rumrennt, der Faxxen macht: Melden/rauswerfen. Man kann nicht immer alles im Voraus verhindern, aber die Freiheit anderer einzuschränken, weil etwas passieren könnte, ist genau das, was die Regierungen mit ihrer Terrorpolitik betreiben und wofür Menschenrechte eingebüßt werden. Nicht cool.

Nicht zu vergessen, der FKK Badestrand, wo (ohoho) auch angezogene Leute baden dürfen. Toll, nicht? Jeder so wie er mag. Und das ist es, worum es geht! Nicht zu vergessen die Schilder 'No Shirt, No Shorts, No Problem' <3
Von daher stört es mich, dass nirgendwo einzusehen ist/war, wieso diese No Shirt No Service Schilder dort hingen und worin das begründet liegen soll!

Und gestatte mir: Ich bin auch eine Frau. Und wenn das der Verdeutlichung hilft: Mit großen Brüsten. Ich weiß wie das ist. Natürlich gibt es Orte, wo frau ObenOhne angemacht und dumm angeglotzt wird. Oder ein Mann mit weniger straffem Oberkörper dafür gemobbt wird. Das kannste immer haben. Auch ich habe Übergriffe erlebt. Hält mich das davon ab, mir auf der Fusion die Sonne auf die Brust scheinen zu lassen, wenn mir danach ist? Könnte es, tut es aber nicht. Definitiv NICHT an einem Ort wie der Fusion. Wenn Du Dich nicht ausziehen willst, fein, Deine Sache. Aber lass andere sich ausziehen, wenn sie sich gut fühlen.
Ich weiß nicht, wie es die nächsten Jahre dort aussehen wird, denn auch mir gefallen einige Sachen nicht, die die Crew veranstaltet haben (SXTN zB), die etwas anderes Publikum anlockt. Viele haben erzählt, wie auch der Verfasser des ersten Threads, dass spürbar komischere Leute antanzen, die den Spirit der Fusion nicht kapiert haben. Anscheinend tanzen solche Vollidioten aber auch in der Crew rum! Denn wer bucht SXTN?!?!? What the fuck?! Die haben ihr eigenes Motto nicht kapiert! Ich tippe auf Neuzugang gepaart mit Ignoranz & Geldgeilheit. Schade schade.

Wie hoax1337 sagt: "Ich komme noch nicht ganz mit bei dem Argumentationsschritt von "Frauen werden evntl. belästigt, wenn sie Ihr shirt ausziehen" zu "Frauen haben Angst diese Belästigung zu erfahren, wenn Männer ihr Shirt ausziehen"."
Besonders den zweiten Punkt finde ich etwas weit hergeholt, weil auch die Mädels dann automatisch einem Mann unterstellen würden, er könne sie belästigen, weil er sein Shirt auszieht. Das empfinde ich als ziemlich gefährlich, so zu pauschalisieren.
Außerdem würde es nur von dem Angstdenken dieser Frauen zeugen und das ist nunmal, auch wenn der Ursprung ihrer Angst begründet sein mag, nicht nur rein spekulativ sondern auch abstempelnd und sie müssten selber etwas dafür tun, sich davon freizumachen. Einfach jeden deswegen zu verdächtigen ist nicht richtig.
Merke, wir reden hier von einem Ort wie der Fusion, wo sowas jahrelang in der Mehrheit super gutgegangen ist. Die Fusion ist ja auch für Leute gemacht, die Freigeister und vom Spirit her eher naturnahe, verständnis- und respektvolle Menschen sind.

Aus meiner Erfahrung sage ich Dir: VORHERIGE Fusions waren IMMER ein Ort, wo Frau sich ausleben kann, ohne mit Übergriffen RECHNEN zu müssen. Und damit meine ich nicht, dass es keine gab/gibt, sondern dass damals noch spürbar 99% der Leute auch korrekte Leute waren. Ich spreche jetzt für mich, ich habe auf der Fusion nie etwas Dergleichen erlebt. Natürlich weiß ich, dass auch die Fusion nicht dafür sorgen kann, dass 100% aller Festivalgänger korrekte Leute sind und sich an die Regeln halten, das scheint schier unmöglich. Aber natürlich ist die Fusion was das angeht ein besserer Ort als zB der Hamburger Jungfernstieg. Anderes Publikum!!!

Ich denke, Dir ist klar was ich meine. Das mit Deinen Freundinnen tut mir leid und ich weiß genau, wie sich das anfühlt. Aber deswegen mache ich mich nicht klein und lasse mir nicht die Stimmung von jemandem verderben, der rumlaufen darf, wie er/sie will. Und muss das nicht auf mich beziehen, wie jemand anders rumläuft, ohne dass die Person mir ansatzweise Aufmerksamkeit schenkt.
Jeder so wie er/sie will. Solange du niemandem wehtust. Wenn sich aber jemand an Dir stört, weil Du bist wie Du bist und ihr eigenes, spekulatives Angstdenken auf Dich projizieren, OHNE, dass Du irgendwem was tust - ist es (so leid es mir für diese Menschen tut) deren eigenes Problem. Nur weil sie denken, du könntest sie EVENTUELL belästigen und findest dich zu selbst geil und willst jeden begrabschen.. das ist deren Problem, nicht Deins.
Das wäre so als würde ich ein Taschenmesser zum Campen fürs Holzschnitzen mitnehmen und irgendwer denkt gleich, ich will alle abstechen.


Außerdem streben wir danach, Gleichberechtigung herzustellen. Und das bedeutet nunmal, dass frau sich ausziehen darf wenn sie will und nicht, dass mann sich wieder anziehen muss.

Alertaa!
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Re: Kritik/Sexismus/Unverständnis

Beitrag von Alertaa! » Fr 13. Jul 2018, 15:46

Erlebnis Samstag 13:00 bei den Dixies bei D4 in der Nähe: Typ steht oben ohne in kurzen Shorts vor den Klos (wartet auf seine Freundin)- mackert zuerst herum, dass alle in der Schlange Assis wären, da niemand ein Paper für ihn hatte- ging dann weiter mit Boah ey ich bin voll auf Koks Leute- und dann kam es:"Na was meint ihr, Jungs? Arsch oder Titten?" Jeder einzelne Mann der Schlange wurde befragt und schockiert habe ich festgestellt, dass die meisten einfach nur mit der Schultergezuckt haben- dann waren die Mädls dran, und zwar wurden diese jetzt bewertet "Na da ist eindeutig der Arsch mehr", "Oh da ist ja gar nichts" "DIE TITTEN"- KEINER der umstehenden Männer hat ein Wort gesagt! Ich denke die meisten Mädels (wir waren eindeutig in der Unterzahl) waren überfordert, ich war leider genauso viel zu verballert um mich auf eine ernsthafte Diskussion einzulassen, hab ihn nur angeschaut und gemeint bei mir kann er sich das jetzt sparen, weil sonst kriegt er eine.. war die nächsten Stunden noch ganz verwirrt, die Fusion sollte genau der letzte Ort sein, an dem solche Typen etwas zu Suchen haben!

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Re: Kritik/Sexismus/Unverständnis

Beitrag von DieEnteMedusa » Fr 13. Jul 2018, 16:00

Alertaa! hat geschrieben:
Fr 13. Jul 2018, 15:46
ich bin voll auf Koks Leute
Ob das Teil des Problems war?
Das Zeug macht aus Arschlöchern leider Riesen-Arschlöcher.

Alertaa! hat geschrieben:
Fr 13. Jul 2018, 15:46
die Fusion sollte genau der letzte Ort sein, an dem solche Typen etwas zu Suchen haben!
Word!
"Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt." [Mark Twain]

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Re: Kritik/Sexismus/Unverständnis

Beitrag von Fantastitia » Fr 13. Jul 2018, 23:44

Alertaa! hat geschrieben:
Fr 13. Jul 2018, 15:46
"Na was meint ihr, Jungs? Arsch oder Titten?"
Was meinte er denn damit? Was "wichtiger" ist oder wie? Ich glaub ich wär auch total überfordert gewesen, da man mit so was - gerade auf der Fusion - gar nicht rechnet. Geht natürlich gar nicht klar, was der da veranstaltet hat. Und kenne die Sitation leider selbst, wenn man dann einfach nur schluckt und sich im Nachhinein denkt: warum hab ich nichts gesagt? Das Positive daran aber ist immerhin: man ist ja so perplex, da man selbst nie auf die Idee kommen würde, so ungut zu anderen zu sein/andere sich so unwohl fühlen zu lassen. Das finde ich schon einmal eine wichtige Erkenntnis

Chabachaba
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Re: Kritik/Sexismus/Unverständnis

Beitrag von Chabachaba » Sa 14. Jul 2018, 10:02

Ich fand das booking allgemein weniger schlimm, aber der Auftritt von Sxtn hat mir extrem sauer aufgestoßen. Ja ich weiß das was die machen läuft unter empowerment und ist mehr oder weniger ironisch gemeint, aber ich bin - zugegeben in leicht erweitertem bewusstseinszustand - zu der stage weil ich danach die Lords of lightning show sehen wollte und bin überhaupt nicht mit der Aggression klargekommen, die dort sowohl auf der Bühne als auch im Publikum passiert ist. Musste dann auch deswegen gehen und empfand die ganzen betrunkenen Gröhler dort als extrem unangenehm. Passt meiner Meinung nach kulturell überhaupt nicht zum Grundsatz der alternativen/techno Subkultur Szene, was die machen ist respektlos und bedient sich schlimmen Vorurteilen die man abschaffen sollte, ironisch oder nicht

Raving Bird
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Re: Kritik/Sexismus/Unverständnis

Beitrag von Raving Bird » Sa 14. Jul 2018, 20:04

Also unsere Crew war gerade mit der Musik dieses Jahr sehr zufrieden. Gerade weil man auf grosse Namen (wie Solomun, etc.)verzichtet hat, fanden wir es dieses Jahr weniger kommerziell als die vergangenen Male. Und wenn es jemandem, wie wir diverse Male lesen konnten, hier im Forum nicht hart genug war, liegt es vielleicht daran, dass er nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Denn uns war es ein paar Mal eher zu hart was uns dann zum richtigen Ort hat treiben lassen. Hier einige Ausschnitte der "harten" Fusion dieses Jahr, wie ich finde die Ihr vielleicht habt liegen lassen:

soundwolke .com/turmspringer/turmspringer-fusion-bachstelzen-2018-part-1?in=das-kraftfuttermischwerk/sets/fusion-festival-2018

soundwolke .com/bart-skils/bart-skils-fusion-festival-2018?in=das-kraftfuttermischwerk/sets/fusion-festival-2018

blnblnbln
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Re: Kritik/Sexismus/Unverständnis

Beitrag von blnblnbln » So 15. Jul 2018, 11:09

Alertaa! hat geschrieben:
Fr 13. Jul 2018, 15:46
Erlebnis Samstag 13:00 bei den Dixies bei D4 in der Nähe: Typ steht oben ohne in kurzen Shorts vor den Klos (wartet auf seine Freundin)- mackert zuerst herum, dass alle in der Schlange Assis wären, da niemand ein Paper für ihn hatte- ging dann weiter mit Boah ey ich bin voll auf Koks Leute- und dann kam es:"Na was meint ihr, Jungs? Arsch oder Titten?" Jeder einzelne Mann der Schlange wurde befragt und schockiert habe ich festgestellt, dass die meisten einfach nur mit der Schultergezuckt haben- dann waren die Mädls dran, und zwar wurden diese jetzt bewertet "Na da ist eindeutig der Arsch mehr", "Oh da ist ja gar nichts" "DIE TITTEN"- KEINER der umstehenden Männer hat ein Wort gesagt! Ich denke die meisten Mädels (wir waren eindeutig in der Unterzahl) waren überfordert, ich war leider genauso viel zu verballert um mich auf eine ernsthafte Diskussion einzulassen, hab ihn nur angeschaut und gemeint bei mir kann er sich das jetzt sparen, weil sonst kriegt er eine.. war die nächsten Stunden noch ganz verwirrt, die Fusion sollte genau der letzte Ort sein, an dem solche Typen etwas zu Suchen haben!
Na wenn ein Typ sowas machen kann und niemand was sagt bedeutet es doch nur, dass es entweder niemanden richtig gestört hat sondern mehr so ein weiteres Erlebnis gestörter Menschen war ODER einfach niemand sein Maul aufbelommt.

Aber das ist halt wichtig. Man kann nicht erwarten in einer Welt zu leben in der es keine Arschlöcher gäbe. Also ist Mund aufmachen das wichtigste!

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