Testkonzept Fusion Festival 2021

kyngserema
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Testkonzept Fusion Festival 2021

Beitrag von kyngserema » Mi 24. Mär 2021, 19:06

Ich habe grade den Newsletter erhalten und mir direkt danach das Testkonzept zu Gemüte geführt. (https://www.fusion-festival.de/de/x/testkonzept)

Und ich muss sagen: ich bin schwer beeindruckt.
Was da hinter den Kulissen geplant wurde, ist eine Kampfansage. Eine Kampfansage an die feierfreie Zeit, an fehlende Kultur und vor allem an die Politik und Verwaltung. Denn, wenn dieses Konzept so funktioniert, mit eigenen Laboren, einem IT-System, das mit den personalisierten Tickets verbunden ist - dann schafft die Fusion hier logistisch und infrastrukturell, was in Deutschland das letzte Jahr vermurkst und verpennt wurde.
Ich bin stolz auf den Kulturkosmos, freue mich unglaublich über diese Ansage und dieses ausgeklügelte und schlagkräftige Konzept. Das Fusion-Netzwerk wird hoffentlich beweisen, wie es richtig gemacht wird!

DieEnteMedusa
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Re: Testkonzept Fusion Festival 2021

Beitrag von DieEnteMedusa » Fr 26. Mär 2021, 13:05

Eule im Interview mit der Zeit über das Konzept:

https://www.zeit.de/campus/2021-03/fusi ... ile-labore
"Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt." [Mark Twain]


ulix
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Re: Testkonzept Fusion Festival 2021

Beitrag von ulix » Fr 26. Mär 2021, 14:55

Richtige Medienoffensive:

https://www.spiegel.de/kultur/musik/fus ... 7dec6168b2

Bin gespannt was daraus wird.

bungle
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Re: Testkonzept Fusion Festival 2021

Beitrag von bungle » Fr 26. Mär 2021, 20:42

hier noch ein Interview vom Deutschlandfunk Kultur von heute https://www.deutschlandfunkkultur.de/su ... ubmit%5D=1

sesselfurzer
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Testen allein ist nicht sicher

Beitrag von sesselfurzer » So 28. Mär 2021, 12:33

Gegen ansteckende Viren hilft leider nur Abstand, Masken und natürlich Impfen.

Hier haben das mal ein paar Silicon Valley CEOs ausprobiert:

https://www.diamandis.com/blog/false-sense-security

Nur mit ca. 100 Leuten und viel mehr Tests (und mit genügend Geld und Zugang zu den "guten" Medikamenten).

Das Ergebnis hat mich auch überrascht: Frei-Testen genügt nicht um eine sichere Veranstaltung zu gewährleisten.

Viele Grüße

gansbride
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Re: Testkonzept Fusion Festival 2021

Beitrag von gansbride » So 28. Mär 2021, 12:46

Hier mal leider auch eine Variante indoors die mit viel Testen nicht auszuschließen ist bei In https://www.diamandis.com/blog/false-sense-security

(Was von Peter H. D. zu halten ist und der Inhalt der Veranstaltung, soll hier mal nicht betrachtet werden...)

MindlessGenius
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Re: Testkonzept Fusion Festival 2021

Beitrag von MindlessGenius » So 28. Mär 2021, 18:22

@gansbride
Ich habe da auch Bauchschmerzen bei, das Konzept allein auf "das Virus kommt hier bestimmt nicht rein" aufzubauen, aber bis jetzt noch keinen Backup-Plan ghört zu haben, falls es doch passiert. Selbst bei einer Reliabilität der Tests von 99% würden bei 35.000 Besuchern regelmäßig 350 Tests versagen, bei 95% schon 1750 Tests. Das ist ja ein Beispiel für das Gesetz der großen Zahl, hier. Tests wirken ja auch nur ex post, also wenn der Schaden schon passiert ist. Da muss noch eine Idee her, wie man das im Fall der Fälle wieder auseinandergepfriemelt bekommt und Ketten unterbricht. Eules Aussagen, dass Masken nicht nötig seien, scheint mir da ein Quäntchen zu optimistisch.
Nicht falsch verstehen: Ich will die enorme Anstrengung nicht schlechtreden und will, das es funktioniert, deswegen mache ich mir ja die Gedanken.
Abstandsregeln und (möglicherweise freiwilliges) Masketragen auf dem Festival halte ich genausowenig für verkehrt, wie sich über worst-case-Szenarios Gedanken zu machen, was ein plötzlicher Ausbruch auf der Fusion mit den Intensivstationen auf dem platten Mecklenburgischen Land machen würde. (Vermummungsverbot gibt's in Lärz ja nicht, zum Glück)
Sich wie bei "Die Maske des Roten Todes" allein auf die Undurchdringlichkeit der Außengrenze und das Konzept "Hoffnung" zu verlassen, scheint mir jedenfalls noch nicht ausreichend. Und natürlich ist die Fusion als ein Ort gelebter Solidarität darauf angewiesen, dass wir dieses Jahr vielleicht etwas vernünftiger feiern als sonst. Sonst feiern wir vielleicht mit bitterem Ende.
Ich lasse mir meine skeptische Ängstlichkeit aber mit guten Argumenten gerne austreiben :)

wintersommerf
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Re: Testkonzept Fusion Festival 2021

Beitrag von wintersommerf » Mo 29. Mär 2021, 13:57

Selbst bei einer Reliabilität der Tests von 99% würden bei 35.000 Besuchern regelmäßig 350 Tests versagen, bei 95% schon 1750 Tests.
du hast schon recht, und die sensitivität liegt bei vielen tests sogar unter 95% (bei einigen aber auch eher in der >99%-region).

was du aber auch bedenken musst, ist dass das "versagen" der test nur bei menschen relevant ist, die auch wirklich positiv sind. wenn wir eine Inzidenz von 100 anlegen (ich denke nicht, dass bei klar darüberliegenden zahlen die fusion genehmigt wird), heisst das, von 100.000 Menschen sind 100 mit Sars-CoV-2 infiziert, also 0.1%. Da beide Variablen (höchstwahrscheinlich) unabhängig voneinander sind, also es zufällig ist, ob die Tests bei Infizierten oder bei Nicht-Infizierten "versagen", sollte man die beiden Wahrscheinlichkeiten multiplizieren.

Also wenn 5% aller Tests "versagen", und 0.1% aller Personen die getestet werden infiziert sind, sollten nur 0,005% "durchrutschen", was 1.75 Personen pro 35000 wären. Ist nicht supersafe, aber viel weniger scary, als von dir dargestellt. Sollte die Inzidenz nur bei 50 liegen, "rutschen" nur 0.875 Personen durch. Alles nur statistische Durchschnittswerte, die wirkliche Zahl in der Realität kann ein gutes Stück höher, oder auch deutlich niedriger liegen.

(Falls jemand mit Statistik-Kurs aus diesem Jahrhundert hier ist, bitte gegen-checken, ich bin alt.)


Ich habe erst jetzt den Silicon Valley- Immunity Bubble Artikel oben gelesen. Das scheint eine praktische Widerlegung von dem zu sein, was ich hier geschrieben habe. Deswegen eingegraut.

Wigoo
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Re: Testkonzept Fusion Festival 2021

Beitrag von Wigoo » Mo 29. Mär 2021, 16:29

Irgendwie kann ich diesem Artikel nicht ganz vertrauen. Brechen wir das ganze mal runter: Es muss (mindestens) eine/n Positive/n gegeben haben, der/die sich vor der Veranstaltung infiziert hat und alle anderen angesteckt hat. Nun gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten, warum diese Person, die Infektion nicht bemerkt hat:
1. Die Person hat sich sehr kurz vor der Veranstaltung infiziert und noch keine Symptome gehabt.
2. Die Infektion verlief vollständig asymptomatisch.
3. Die Person hatte die Krankheit schon fast überstanden und hielt sich nach erfolgreichem PCR-Test für gesund.
Diese Person muss fünf Mal hintereinader falsch negativ getestet worden sein. In den Fällen 2 und 3 sollte ein PCR-Test die Infektionen mit der erwähnten 95-99% Quote erfasst haben. Zudem wäre die Person in diesen Fällen besonders wenig ansteckend.
Und auch im Fall 1 hätte die Infektion spätestens am zweiten Tag erkannt werden müssen. Dass so viele Tests falsch negativ gewesen sein sollten, halte ich für fast ausgeschlossen. Was mich zusätzlich sehr skeptisch macht ist der folgende Absatz:
Once it was clear that I personally had contracted COVID-19 (which sucks as much as everyone says it does), I tested myself with Rapid PCR and Rapid Antigen every day, twice per day, for several consecutive days. I was flabbergasted that NONE of the tests turned up positive. I was consistently negative. Four days into my quarantine, I finally tested positive on a PCR “Spit Test” that measures viral load. I was told I was “highly infectious."
Zum Zeitpunkt, als sich der Autor sich in Quarantäne begeben hat, hatte er bereits Symptome, dh. er war nicht ganz frisch infiziert. Wir wissen aus dem Artikel, dass zwei Tage nach dem Summit die erste Infektion bekannt wurde. Gehen wir also mal davon aus, dass der Autor sich am letzten Tag infiziert hat und nach zwei Tagen in Quarantäne gegangen ist. Zu diesem Zeitpunkt sollte seine Infektion soweit fortgeschritten sein, dass sowohl PCR-, als auch Schnelltests seine Infektion nachweisen sollten. Trotzdem hat er sich insgesamt mindestens zwölf mal falsch negativ getestet. Auch das halte ich für praktisch ausgeschlossen. Zu allem Überfluss war der erste positive Test ein Spucktest.

Meine Theorie: Die hatten keine Ahnung, wie man richtig Nasenabstriche macht und haben es konsequent falsch gemacht. Anders sind diese Zahlen nicht zu erklären. Würden sie stimmen, hieße das, dass alle unsere Testmethoden völlig unbrauchbar sind und nichtmal Hochinfiziöse erkennen können.
Soldaten sind Mörder

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