Laliluxx26 hat geschrieben: Di 7. Jul 2026, 15:54
Wie schaut es denn mit dem Boom aus? Das findet nächstes Jahr ja auch wieder statt, war dort schon jemand und kann berichten?
Dort scheint es ja auch trotz extremer Hitze relativ erträglich zu sein
Ich war letztes Jahr dort. Kurz und bündig: Tolles Festival, aber auch nicht so toll dass ich mir nochmal den Aufwand geben würde bis nach Portugal dafür zu Reisen:
Wegen Hitze: fand ich DEUTLICH erträglicher als die diesjährige Fusion. Auch wenn der KuKo tolle Arbeit leistet, ich habe das Gefühl, dass Festivals die jedes Jahr mit Hitze zu tun haben auch entsprechend krasser vorbereitet sind. Allein, dass jeder Dancefloor ein fettes Sonnensegel hat und es direkt am Gelände einen riesigen See gibt sorgt dafür dass man sich häufig abkühlt. Auf der Fusion '26 kam ich oft nicht mit Hygiene/Waschen hinterher bei den langen Duschschlangen, und der gekippt See/Kanal war keine Option für mich.
Deshalb würde ich dem Argument "wenn die Fusion dir dieses Jahr zu heiß war, geh nicht auf die Boom" nicht zustimmen. Ich hatte aber auch einen sehr nicen Campingplatz in der Nähe eines Baumes, aber ich war trotzdem meistens auf dem Gelände unterwegs. Auch die Besucher*innen haben die Hitze "mehr auf dem Schirm", viele Menschen bringen große Fächer und Sprühflaschen mit, und kühlen einen sehr häufig (ungefragt) ab. Das macht die Boom für mich zum deutlich angenehmeren Erlebnis bei Hitze. Außerdem wird es nachts dort auch richtig kalt, das kann ein angenehmer Kontrast sein.
Ansonsten sind toll:
-Riesiges wunderschönes Gelände. Ein wahrlich magisches trippy Wonderland, das zum erkunden einlädt. Es kommt auch wirklich Urlaubsfeeling auf.
-Tolle Soundsysteme, manche schwören hart drauf, mich beeindruckt die Fusion (oder Mo:Dem) ehrlich gesagt mehr.
-viel mehr dieser spirituelle Freigeist / zu dir find Vibe (nette Abwechslung, zu der doch sehr Party orientierten intensiven Fusion)
-Gute Abwechslung zwischen Abriss und Ruhe
-The Gardens ist die beste Chill Out Stage die ich je gesehen habe. Tolles Design, Mega vibes, perfekt zum Liegen, sitzen oder auch chillig tanzen, rückblickend mein Favorit, dabei geh ich eigentlich lieber steil. Tolles Frida Darko Set dort erlebt.
Neutral:
-Es läuft fast nur Psytrance, auf der zweiten großen Stage (Alchemy Circle) sind auch technoide Acts. Als Fusionist*in kommt man da auch auf die eigenen Kosten, dort spielt auch mal Kaufmann, Rodhad, Ele Luz, Victor Ruiz...
-Viel weniger Stages, dafür eine größere Main Stage (muss man wissen was einem mehr taugt).
-Gar nicht mal so vegan/vegetarisch wie behauptet. Angeblich 80% vegan, das deckt sich nicht mit meiner Erfahrung, musste als Veganer leider doch immer bisschen suchen, zum Glück nicht lange, wirkt aber so bisschen gegreenwashed... Finde ich schade, passt nicht zu diesem "We are one" Motto das sie predigen. Fleisch Fans freuen sich dafür.
-Weniger Party, langsamere Festival Erfahrung. Von der Fusion geh ich recht zerstört nach Hause, Boom nicht unbedingt.
-Musikpause von 18-22 Uhr. Finden manche gut, mir persönlich liegt das gar nicht, mag lieber die Mittagspause an der Fusion.
Negativ:
-Größter Negativpunkt und der Grund warum ich keine Lust habe nochmal zu gehen: Das Publikum. Richtig viele unangenehme OKF Macker Koks Bademeister. Das war laut meinen Boom Friends die schon seit 8 Jahren gehen damals nicht so, da gab's vor allem nur Psyheads und Hippies, aber irgendwie lockt das Festival inzwischen auch ein anderes Publikum an. Stellenweise rougher Umgang, Gedränge, Gerempel ohne Entschuldigung, fand ich einfach sehr unangenehm. Teilweise sehr Stage-abhängig, mittags an der Main Stage oder grundsätzlich bei The Gardens waren die Boom People wie ich sie mir vorgestellt habe. Nette Psy People eben. Aber leider habe ich irgendwann den Alchemy Circle komplett gemieden, fand die Vibes fast immer unangenehm. An der Main wars mal so mal so. Mal stundenlang mit coolen Leuten einfach gedanced, nur um dann plötzlich von nem Bollerwagen, 2 Camping Stühlen und 10 oberkörperfreien Dudes überrascht zu werden die sich erstmal alle zudröhnen und ein Bier exen. Es fühlt sich fast wie 2 Welten an.
Die ebenfalls existenten schwurbelnden Esoteriker*innen die es dort leider auch gibt lassen sich besser ausblenden und da fällt mir das Leben und Leben lassen auch deutlich einfacher. Vielleicht weil sie sich weniger aufdrängen, vielleicht weil ich auch eher mit sowas an so einem Festival rechne. Manchmal steigert man sich in so etwas auch rein, das kann natürlich sein dass ich manchen Menschen da Unrecht tue. Aber ich habe es leider so wahrgenommen.
-Preise sind höher als Fusion, an der Grenze zu OK. Kein hartes negativ, aber auch nicht neutral.
Persönliches Fazit:
Ich will die Boom mehr mögen, und eigentlich will ich, dass es vom Vibe so ist, dass ich nochmal hin will, weil ich auch wirklich tolle Erfahrungen gesammelt habe und das Gelände einfach liebe. Der Mix aus Urlaub und Festival, die unfassbare psychedelische Kunst und Liebe die in Installationen geflossen ist, das mittags baden am See, die beeindruckenden Stages, alles toll. Aber das Publikum war ein zu großer Abturn, auch wenn es da noch wirklich viele sehr coole Leute gibt.
Ist die Boom schon tot vom Vibe? Sicher nicht. Aber als Fusion-Kid ist mir das im direkten Vergleich zu unangenehm.
Empfehle ich die Boom im Fusion-Forum weiter? Schwierig.
Ja, weil es vieles toll macht, und weil die Boom mehr achtsame Party-Menschen braucht wie es sie auf der Fusion gibt.
Ja, weil man es auf jeden Fall einmalig ausprobieren kann. (bereue 0 einmal dort gewesen zu sein)
Nein, weil es vom Publikum einfach meiner Meinung nach deutlich unangenehmer ist als die Fusion.
Abschluss: das sind alles meine persönlichen Erfahrungen, wenn du letztes Jahr andere Erfahrungen an der Boom gemacht hast, teile das gerne mit mir, da ich froh um andere Perspektiven bin. In meiner Gruppe sind viele ähnlicher Meinung wie ich, gerade jene die auch auf der Fusion waren. Dennoch hab ich nur meine persönliche Erfahrung auf die ich diesen Text basieren kann.