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Re: Nähe überall – und plötzlich fühlt man sich allein

Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 10:09
von hocuspocus
Partybombe hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 18:58 So ein Gefühl kann natürlich aufkommen.

Denke mir aber manchmal auch, dass es durchaus auch Vorteile hat Singel zu sein.

Oft geht es Donnerstags Mittag / Nachmittag los wen die ersten Beziehungen
den Belastungen der Fusion nicht standhalten und krachen.

Freitags sind dann die Notfall-Zelte im Konsum meist ausverkauft.
Nicht schön, und dann noch am Sonntag im Basliner
8 Stunden zusammen nach Hause fahren...

Da freu ich mich doch lieber über ein spontanes, unkompliziertes Date!

Was fehlt ist eine Crusing-Aera.

Warum ist das eigentlich so? Was ist denn der Auslöser, dass so viele Beziehungen crashen? Hab das auch schon oft mitbekommen, dass sich Paare heftigst streiten

Re: Nähe überall – und plötzlich fühlt man sich allein

Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 12:09
von charno
Reizüberflutung, überlastung, schlafmangel, überhöhte Erwartungen, andere Wünsche und Ansprüche, Konsum, wenig privatsphäre, .... Ich denke mal die Mischung machts

Re: Nähe überall – und plötzlich fühlt man sich allein

Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 12:17
von _fiasco_
hocuspocus hat geschrieben: Fr 12. Jun 2026, 10:09 Warum ist das eigentlich so? Was ist denn der Auslöser, dass so viele Beziehungen crashen? Hab das auch schon oft mitbekommen, dass sich Paare heftigst streiten
Am Ende ist ein Festival, gerade in der Größenordnung wie die Fusion, ein einziger großer Ausnahmezustand, selbst wenn der sich in der Regel positiv anfühlt. Viele Paare machen sowas zum ersten Mal gemeinsam und kennen sich in ihren jeweiligen Extremzuständen einfach noch nicht (gut genug), dazu ist man 24/7 zusammen, das führt natürlich sehr viel leichter zu Konflikten. Man lernt sich halt wirklich noch mal ganz anders kennen und das kann überfordern.

Re: Nähe überall – und plötzlich fühlt man sich allein

Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 14:16
von Partybombe
hocuspocus hat geschrieben: Fr 12. Jun 2026, 10:09
Partybombe hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 18:58 So ein Gefühl kann natürlich aufkommen.

Denke mir aber manchmal auch, dass es durchaus auch Vorteile hat Singel zu sein.

Oft geht es Donnerstags Mittag / Nachmittag los wen die ersten Beziehungen
den Belastungen der Fusion nicht standhalten und krachen.

Freitags sind dann die Notfall-Zelte im Konsum meist ausverkauft.
Nicht schön, und dann noch am Sonntag im Basliner
8 Stunden zusammen nach Hause fahren...

Da freu ich mich doch lieber über ein spontanes, unkompliziertes Date!

Was fehlt ist eine Crusing-Aera.

Warum ist das eigentlich so? Was ist denn der Auslöser, dass so viele Beziehungen crashen? Hab das auch schon oft mitbekommen, dass sich Paare heftigst streiten
Meine Vermutung ist, dass Beziehungen die schon lange eigentlich "über's Datum" sind, an
so einem für viele Menschen neuen und krassen Erlebnissen scheitern.

Dazu kommt noch, wenn man sich z.B. mit 17 / 18 verliebt hat und zusammen gekommen ist,
mit 23 / 24 sich enorm weiter entwickel hat. Meist läuft die Entwicklung in einer Partnerschaft
nicht paralel. D.h. die Interessen verschieben sich.
Die eine Person will feiern gehen, mach Erfahrungen mit Substanzen.
Die andere Person möchte es gemütlich angehen,möchte keine Substanzen.
Schon geht's los mit den Differenzen....
Dazu die allgemeinen starken Eindrücke von Musik, Bass, Licht, Eindrücke und
sehr vielen Leuten.

Re: Nähe überall – und plötzlich fühlt man sich allein

Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 16:01
von katzikatz
Ich reise viel und das Thema kenne ich. Es tritt dann auf, wenn man alleine ist und um einen Leute herum sind die soziale Bindung haben. Geht mir öfter so wenn ich in Städte fahre und dann sitzen abends alle in Cafes und du bist halt alleine da und das gibt schon so ein Gefühl von Allein sein und Einsamkeit. Passiert mir auch auf Festivals manchmal...ich glaube da kann man dann nicht so viel machen. Ich weiss wie gut es ist wenn du mit Freundin aufm Festival bist und es gut läuft...

Re: Nähe überall – und plötzlich fühlt man sich allein

Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 21:54
von jochiL
Danke für´s dran Erinnern daß mir´s manchmal auch so geht!!!
hab ich vor lauter Vorfreude völlig weggepackt ...

.... warum nicht ein Notfall-Schild / Zettel mit
"Hugs for Free!???"
dabeihaben?

Nachdem ich´s das erste mal seltsam fand als ich Leute mit so nem Schild gesehn habe freu ich mich jetzt wenn jemand damit rumläuft - ein Hug hilft schon mal !!!
... oder ne Ausleihstation für so ne Schilder machen > ich wette das hilft gegen Einsamkeit :-)))

Re: Nähe überall – und plötzlich fühlt man sich allein

Verfasst: Fr 12. Jun 2026, 22:06
von Tommes
RaketenRichi hat geschrieben: So 7. Jun 2026, 15:45 Moin zusammen,

ich wollte mal etwas Persönliches in die Runde fragen und bin neugierig, ob es anderen ähnlich geht.

Ich bin schon seit vielen Jahren Single und würde eigentlich sagen, dass ich damit ganz gut umgehen kann. Im Alltag klappt das meistens problemlos. Auf der Fusion letztes Jahr gab es aber einen Moment, der mich überraschend stark getroffen hat.

Ich saß am Infusion-Stand und in meiner Nähe war ein Pärchen, das sehr intensiv miteinander beschäftigt war – viel Körperkontakt, Rumknutschen, gegenseitiges Begrabbeln usw. Und bevor das falsch rüberkommt: Ich habe absolut nichts dagegen. Die Fusion ist voller Liebe, Nähe und Freiheit, und jede*r soll sich dort so ausdrücken können, wie es sich richtig anfühlt.

Trotzdem hat mich das in dem Moment ziemlich runtergezogen. Nicht wegen den beiden, sondern weil es etwas in mir ausgelöst hat. Eine Mischung aus Einsamkeit, Sehnsucht und dem Gefühl, selbst außen vor zu sein. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht, weil ich mich sonst als recht stabil in dem Thema wahrnehme.

Seitdem denke ich immer wieder darüber nach und merke, dass mir solche Situationen schwerer fallen, als ich es mir eingestehen möchte. Rational kann ich mich für andere freuen. Emotional ist das manchmal deutlich schwieriger.

Deshalb meine Frage an euch:

Kennt ihr solche Momente auf der Fusion oder generell auf Festivals? Wie geht ihr damit um, wenn euch die Nähe oder Intimität anderer Menschen mit der eigenen Einsamkeit konfrontiert? Ignorieren fällt mir persönlich eher schwer.

Würde mich freuen, eure Erfahrungen zu hören.
Hallo Richi,
ich verstehe deine Emotionen. Wenn du willst, können wir uns auf der Fusion treffen und reden.
PN an mich, wenn du magst.
LG Tom

Re: Nähe überall – und plötzlich fühlt man sich allein

Verfasst: Sa 13. Jun 2026, 07:19
von _g-sus_
ah, das kenne ich nur zu gut. in dem ganz speziellen moment, wo diese gedanken und auch gefühle der einsamkeit aufkommen, kann man nicht viel machen, also ich zumindest nicht. ich bin dann auch eher der typ, der diese situation einfach akzeptiert und sich dessen bewusst wird, wie schön es doch wäre mal wieder jemanden kennenzulernen und auch körperlichkeiten auszutauschen. aber nach einer gewissen zeit, in der ich diese gefühle wahrgenommen und "richtig reingefühlt" habe, merke ich dann auch, dass ich mir damit die schöne festivalzeit nicht verhindern möchte und kann danngedanklich gut gegensteuern. dann denke ich an das schöne festival, die tollen dinge man sehen und erleben kann, meine lieben freund:innen und den fakt, dass man halt nichts forcieren kann und ich nun mal als single auf der fusion bin. punkt. ich bin dann von dem einsamkeitsgefühl glücklicherweise doch relativ schnell "genervt" und kann mich spätestens am nächsten tag wieder über das festival und das single-dasein freuen. aber ich finde auch, dass der fusion definitiv ein kleiner bereich zum cruisen fehlt. irgendwie schade, da ich besonders in den letzten jahren gefühlt mehr einsame und horny seelen wahrgenommen habe, aber dann irgendwie auch nichts passiert. vielleicht liegt/lag es auch an mir, i don't know... anyways, einmal ordentlich reinfühlen, akzeptieren, ein bisschen davon genervt sein und sich dann gute gedanken machen hilft dir hoffentlich auch. liebe grüßis!

ps wenn ich lese wie viele paare doch stress auf der fusion haben bzw. sich machen, kann man/ich doch nur froh über das single-dasein sein. und ich habe mir für dieses jahr vorgenommen ganz offen und maybe ein bissi flirty zu sein, aber ohne große erwartungen. wenn man wen tolles kennenlernt, supi. wenn nicht, dann nicht. außerdem dieses jahr mal fully sober, um alles sehr bewusst wahrzunehmen. "schauen wir mal was wird, wir freuen uns." :D

Re: Nähe überall – und plötzlich fühlt man sich allein

Verfasst: Sa 13. Jun 2026, 17:26
von Ik Re
katzikatz hat geschrieben: Fr 12. Jun 2026, 16:01 Ich reise viel und das Thema kenne ich. Es tritt dann auf, wenn man alleine ist und um einen Leute herum sind die soziale Bindung haben. Geht mir öfter so wenn ich in Städte fahre und dann sitzen abends alle in Cafes und du bist halt alleine da und das gibt schon so ein Gefühl von Allein sein und Einsamkeit. Passiert mir auch auf Festivals manchmal...ich glaube da kann man dann nicht so viel machen. Ich weiss wie gut es ist wenn du mit Freundin aufm Festival bist und es gut läuft...
Das Einsamkeitsgefühl war meine größte Angst, als ich 2024 erstmals allein von Mittwoch bis Montag auf die Fusion bin. Konkret war mir der Gedanke unheimlich, ich könnte nichts mit mir anzufangen wissen, also (unfreiwillig) herumsitzen und den Leuten dabei zusehen wie sie augenscheinlich zielstrebig ihrer Wege gehen ohne selbst einen Plan zu haben. Habe mir deshalb bewusst in der "App" Tagespläne als Rückfalloption angelegt (ganz viel Theater, Performance, Zirkus etc.). Also Grundsätzlich treibenlassen, spontan sein und sich bei Gelegenheit auf Leute einlassen, aber im Zweifel halt auf den Plan schauen. Das hat perfekt funktioniert und diese Fusion war von meinen bisher vieren die intensivste. Einzig als ich am Anreisetag nach dem Aufbau als erstes zum Platz der Republik Mittagessen gegangen bin, überkam mich tatsächlich kurz diese Gefühl von "Alle sind in Gruppen hier, nur Du bis alleine!". Das wich dann aber einem dauerhaften Freiheitsgefühl. Was allerdings dennoch blieb, war natürlich der unerfüllte Wunsch die schönen Eindrücke unmittelbar mit mir lieben Menschen zu teilen. Dafür gibt's dann nicht wirklich eine Lösung...

Mag seltsam klingen, aber meine zweite Angst war zudem, dass ich seltsam angesehen werde, frei nach dem Motto: "Wie du hast keine Freunde, die mit dir auf die Fusion gehen? Was stimmt mit dir nicht?". Hier war das Gegenteil der Fall: Viele haben mir erzählt, dass sie so gerne selbst mal allein auf ein Festival wollen, sich aber bisher nicht getraut haben. Manch einer hatte schon geliebte Festivals sausen lassen, weil sich kein anderer fand.

Unterm Strich eine sehr empowernde Erfahrung, der dann weitere Solo-Festivals (at.tension, 3000grad) folgten.