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Re: No Shirt, No service
Verfasst: Mo 29. Jun 2026, 10:13
von crippy
Das Thema wird jedes Jahr zu genüge diskutiert. Vielleicht kommen wir irgendwann an einen Punkt an dem wir eine Antwort finden, die für 99-100% der diskutierenden passt. Leider sind wir da noch nicht. Aber die Diskussionen zeigen dass wir auf einem guten Weg sind.
Ich persönlich fände es schön wenn jede*r so bekleidet oder unbekleidet rumlaufen und feiern kann wie Mensch möchte. Die Fusion ist schließlich eine Utopie.
Ein gutes Schlusswort / eine gute Stratwgoe hatte mmn der Martin aus diesem Thread:
https://forum.fusion-festival.de/viewto ... 60#p288784
OKF tanzen am Rand zusammen mit allen, die das ebenfalls ausleben möchten, sodass niemand von Schweiß gestreift wird, und man zusammen die awareness hochfahren kann im fall von Gaffern, oder Leuten die freie Oberkörper eben doch stören.
Arbeiten wir weiter daran, bin ich mir sicher dass wir 2028 eine noch bessere Lösung finden!
Re: No Shirt, No service
Verfasst: Mo 29. Jun 2026, 10:17
von rauchhaus
Fand es auch absurd zu sehen wie am Shower Tower ein Meer von Nackten am Tanzen ist und nur wenige Meter weiter man nicht aufs Klo darf oder kein Wasser bekommt, nur weil man kein Shirt anhat.
Einige schießen hier so dermaßen übers Ziel hinaus. Wasser und Notdurft sind Menschenrechte. Dass diese ausgerechnet auf der Fusion verweigert werden, weil man sich nicht bestimmten Kleidungsvorschriften angepasst hat, ist wirklich sowas von daneben. Und dann dazu noch der unglückliche Spruch, der etwas arg an "No Shoes, No Shirt, No Service" erinnernde Spruch, mit dem in den 70ern Hippies und arme Menschen aus konservativen Läden ferngehalten werden sollten.
Vor ein paar Jahren hat der Kuko noch gesagt, dass das auf den Klos nicht gelten darf. Dieses Jahr dann überall "No Shirt, no shit"-Schilder. Wie bei so vielen Dingen werden hier im Newsletter oder Heft große Töne geschwungen und am Ende nicht durchgegriffen.
Ich persönlich trag einfach ein Shirt. Aber nicht aus Überzeugung, sondern um keinen Stress zu haben.
Re: No Shirt, No service
Verfasst: Mo 29. Jun 2026, 10:35
von ROLLMOPS_olga
Ich glaube vielen ist die Lebensrealität von Frauen einfach nicht bewusst. So gut wie jeden Frau hat bereits grenzüberschreitungen erlebt und kann von sexueller Belästigung berichten. Freunde von uns wurden von jemandem penetrant gefragt ob er Sex mit ihnen haben darf oder wenigstens zu schauen. Das erste nein wurde weiter zur Diskussion gestellt. Es gab auch auf der Fusion schon Substanzen die in Getränke gemischt wurden und Menschen die in fremden Zelten erwachten. Ja, es sind Einzelfällen, aber sie passieren auch auf einem Festival wie der Fusion. Es ist ein Privileg sich als Mann darüber keine Gedanken machen zu müssen. Frauen machen sich darüber aber aus sicherheitsgründen Gedanken. Und wenn ich als Frau leicht bekleidet auf einem Festival unterwegs bin ist mein Risiko höher, als das von Männern. Also bitte reflektiert, dass wir nicht die gleichen Handlungsspielräume haben. Ja, Privilegien ablegen ist unbequem. Es geht nicht um Kleiderordnung, es geht darum zu Hinterfragen wie selbstverständlich Männer durch den Alltag laufen. Es wäre schön, wenn wir alle die Möglichkeit hätten uns luftig zu bekleiden. Aber an diesem Punkt sind wir noch lange nicht. Wir kommen da aber schneller hin, wenn wir die Lebensrealität anderer anfangen zu verstehen und unsere Privilegien nutzen um uns gegenseitige zu unterstützen.
Re: No Shirt, No service
Verfasst: Mo 29. Jun 2026, 11:45
von bunterkunt
ROLLMOPS_olga hat geschrieben: Mo 29. Jun 2026, 10:35
Ich glaube vielen ist die Lebensrealität von Frauen einfach nicht bewusst. So gut wie jeden Frau hat bereits grenzüberschreitungen erlebt und kann von sexueller Belästigung berichten. Freunde von uns wurden von jemandem penetrant gefragt ob er Sex mit ihnen haben darf oder wenigstens zu schauen. Das erste nein wurde weiter zur Diskussion gestellt. Es gab auch auf der Fusion schon Substanzen die in Getränke gemischt wurden und Menschen die in fremden Zelten erwachten. Ja, es sind Einzelfällen, aber sie passieren auch auf einem Festival wie der Fusion. Es ist ein Privileg sich als Mann darüber keine Gedanken machen zu müssen. Frauen machen sich darüber aber aus sicherheitsgründen Gedanken. Und wenn ich als Frau leicht bekleidet auf einem Festival unterwegs bin ist mein Risiko höher, als das von Männern. Also bitte reflektiert, dass wir nicht die gleichen Handlungsspielräume haben. Ja, Privilegien ablegen ist unbequem. Es geht nicht um Kleiderordnung, es geht darum zu Hinterfragen wie selbstverständlich Männer durch den Alltag laufen. Es wäre schön, wenn wir alle die Möglichkeit hätten uns luftig zu bekleiden. Aber an diesem Punkt sind wir noch lange nicht. Wir kommen da aber schneller hin, wenn wir die Lebensrealität anderer anfangen zu verstehen und unsere Privilegien nutzen um uns gegenseitige zu unterstützen.
<3
Ja das Thema scheint so einfach und für viele schnell entschieden. Dabei kommt einiges zusammen, worüber mensch ernsthaft diskutieren kann. Ich lese hier auch schon seit Jahren immer mal wieder die Threads dazu und bin nicht bei allen Aspekten zu einer eindeutigen Meinung gekommen. Trotzdem denk ich mir, es kostet mich so wenig mein Shirt anzulassen und im Zweifel es anderen Menschen angenehmer zu machen...
Den Punkt hier im Thread mit Mann bekommt nix zu trinken bei Hitze oder darf nicht aufs Klo finde ich persönlich etwas überzogen. Selbst wenn man meint OKF auf den Floor zu müssen kann man sich ein Kleidungsstück für die Bar etc einpacken.
Auch das mit der Waschstraße vorm Showertower: Ich kann hier nur aus meiner Sicht als Mann reden, aber ich denke es ist ein erheblicher Unterschied, ob es räumlich begrenzte Stellen mit nackten Körpern gibt, die man als Frau dann meiden kann oder mir an jeder Ecke Männer mit OKF begegnen (und ja die sind wirklich überall auf der Fusion.)
My 2 cents. ich hoffe ihr seid alle gut zuhause gelandet.
Re: No Shirt, No service
Verfasst: Mo 29. Jun 2026, 19:38
von molve
ROLLMOPS_olga hat geschrieben: Mo 29. Jun 2026, 10:35
Ich glaube vielen ist die Lebensrealität von Frauen einfach nicht bewusst. So gut wie jeden Frau hat bereits grenzüberschreitungen erlebt und kann von sexueller Belästigung berichten. Freunde von uns wurden von jemandem penetrant gefragt ob er Sex mit ihnen haben darf oder wenigstens zu schauen. Das erste nein wurde weiter zur Diskussion gestellt. Es gab auch auf der Fusion schon Substanzen die in Getränke gemischt wurden und Menschen die in fremden Zelten erwachten. Ja, es sind Einzelfällen, aber sie passieren auch auf einem Festival wie der Fusion. Es ist ein Privileg sich als Mann darüber keine Gedanken machen zu müssen. Frauen machen sich darüber aber aus sicherheitsgründen Gedanken. Und wenn ich als Frau leicht bekleidet auf einem Festival unterwegs bin ist mein Risiko höher, als das von Männern. Also bitte reflektiert, dass wir nicht die gleichen Handlungsspielräume haben. Ja, Privilegien ablegen ist unbequem. Es geht nicht um Kleiderordnung, es geht darum zu Hinterfragen wie selbstverständlich Männer durch den Alltag laufen. Es wäre schön, wenn wir alle die Möglichkeit hätten uns luftig zu bekleiden. Aber an diesem Punkt sind wir noch lange nicht. Wir kommen da aber schneller hin, wenn wir die Lebensrealität anderer anfangen zu verstehen und unsere Privilegien nutzen um uns gegenseitige zu unterstützen.
kein mensch in diesem thread hat bezweifelt, dass diese scheißgesellschaft frauen immernoch diesen zumutungen ausliefert, das ist linker konsens. warum wird das ständig ausgeführt? das lief neulich im TG channel ähnlich ab: man soll seine privilegien reflektieren. ok, das habe ich gemacht. die reflektion ergab, dass ich sie nicht abgeben sondern verallgemeinern möchte.
es geht bei diesem und den vorigen diskussionsthreads eigentlich immerwieder hauptsächlich darum, dass das verbot die falsche
methode ist das zu bekämpfen. da reicht sie feststellung dieser probleme als argument nicht aus.
Re: No Shirt, No service
Verfasst: Mo 29. Jun 2026, 19:57
von Triet.zi
rauchhaus hat geschrieben: Mo 29. Jun 2026, 10:17
Fand es auch absurd zu sehen wie am Shower Tower ein Meer von Nackten am Tanzen ist und nur wenige Meter weiter man nicht aufs Klo darf oder kein Wasser bekommt, nur weil man kein Shirt an hat
Ich finde, man sollte hier schon zwischen verschiedenen Orten unterscheiden. Ein Dancefloor oder eine Bar ist etwas anderes als ein Duschbereich. Am Shower Tower geht es um Körperhygiene und dort ist Nacktheit nun mal Teil des Konzepts. Das mit einem Barbereich gleichzusetzen, finde ich schwierig, weil beide Orte einen völlig unterschiedlichen Charakter und Zweck haben.
Re: No Shirt, No service
Verfasst: Mo 29. Jun 2026, 20:00
von molve
wenn leute nackt tanzen geht es offensichtlich längst nicht mehr nur um körperhygiene

sondern es wird etwas ausgelebt, was anderswo schwer geht.
und wenn man schon den "zweck" eines dancefloors oder einer bar unbedingt definieren muss, dann bitte nicht als strikt asexuell, das wäre dann etwas sehr, ähm, unhedonistisch.
Re: No Shirt, No service
Verfasst: Mo 29. Jun 2026, 20:23
von since2005
....'unhedonistisch' <3!
Ich finde es zunehmend schwieriger, dass diese fundamentalen Probleme des Zusammenlebens 'einfach' beim KuKo abzuladen und eine Lösung zu erwarten.. Leute die Fusion ist imho das progressivste Festival dieser Größe (vielleicht) weltweit. Und ich bin auch dagegen dem KuKo absprechen zu wollen sich diesem Problem bewusst zu sein oder eben es anzugehen (IM RAHMEN SEINER MÖGLICHKEITEN)! Wenn es DIE Lösung dieses Problems (unter vielen) beim KuKo gäbe.. sie würde niemand für sich behalten!
Re: No Shirt, No service
Verfasst: Di 30. Jun 2026, 10:28
von Gammawasfirst
Imo ist No shirt no service nicht die richtige Methode. Wenn wir Zustände haben wollen, dass Frauen (wie in anderen Ländern, geht bspw. Mal nach Kopenhagen) sich ohne Nachdenken ala "kann ich das hier echt bringen" in Parks oder an Flüssen OKF sonnen können, müssen wir den Slogan free the nippels etablieren und nicht No shirt no service.
Respekt an alle Frauen und Männer die trotz des Slogans ihre Nippel bei der diesjährigen Fusion gezeigt haben.
Re: No Shirt, No service
Verfasst: Di 30. Jun 2026, 10:34
von Kimono
Gammawasfirst hat geschrieben: Di 30. Jun 2026, 10:28
Imo ist No shirt no service nicht die richtige Methode. Wenn wir Zustände haben wollen, dass Frauen (wie in anderen Ländern, geht bspw. Mal nach Kopenhagen) sich ohne Nachdenken ala "kann ich das hier echt bringen" in Parks oder an Flüssen OKF sonnen können, müssen wir den Slogan free the nippels etablieren und nicht No shirt no service.
Respekt an alle Frauen und Männer die trotz des Slogans ihre Nippel bei der diesjährigen Fusion gezeigt haben.
Free the Nippels
