Re: Rauchen aufm Dancefloor
Verfasst: Mo 15. Jun 2026, 23:34
Morricone hat geschrieben: Mo 15. Jun 2026, 21:22 „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.“
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iliailitsch hat geschrieben: Mo 15. Jun 2026, 22:52 Kann man so sehen, wenn man, ich sag mal ein defensives, auf Begrenzung begründetes Freiheitsverständnis hat, etwas zugespitzt könnte man sagen ( No Offense), das ist das Freiheitsverständis eines Schrebergartens, indem jeder in seinem eingezäunten Bereich tun und lassen kann, was er will. Man könnte aber auch ein anderes Freiheitsverständnis vertreten: Vielleicht kann man tatsächlich mal als Ausgangsbeispiel den Dancefloor bzw. den Tanz nehmen. Damit richtig Stimmung auf der Tanzfläche aufkommt reicht es nicht, das man sich nicht auf die Füße tritt, sich nicht anrempelt, oder von sonst irgendetwas nicht genervt ist ( Stichwort: Grenzverletzung) sondern es muss ein Miteinander gegeben, die Leute die zusammen auf der Tanzfläche grooven müssen sich irgendwie aufeinander einlassen, zusammen den rythmus und die Stimmung zelebrieren, indem sie indirekt miteinander kommunizieren, und um so besser das geschieht, umso steiler geht der Floor, umso mehr bilden die Leute auch eine Gemeinschaft, und reißen den laden ab. Nach diesem Freiheitstverständnis sind die anderen Tanzenden nicht die Grenze meiner Freiheit, sondern sie sind überhaupt erst der Grund warum ich tanze, sie ermöglichen mir das Tanzen sowie ich Ihnen das Tanzen ermögliche. das wäre dann ein soziales Freiheitsverständnis , in der die Freiheit der Anderen keine Grenze sondern absolute Vorraussetzung, Ursache und Ermöglichung meiner eigenen Freiheit ist - meine Freiheit lässt sich nur in Beziehung zu anderen bzw. gemeinsam mit anderen verwirklichen:
"Nur dann bin ich wahrhaft frei, wenn alle Menschen, die mich umgeben, Männer und Frauen, ebenso frei sind wie ich. Die Freiheit der Anderen, weit entfernt davon, eine Beschränkung oder Verneinung meiner Freiheit zu sein, ist im Gegenteil ihre notwendige Bedingung." M.A. Bakunin
Ich würde mein Kant-Zitat (bzw. ihm manchmal zugeschrieben) auch gar nicht so dogmatisch schwarz oder weiß sehen wollen ("Schrebergarten" wäre es nur dann (wie sehr Vieles), wenn man es nur rein dogmatisch verstehen wollte).
Bis zu einem gewissen Maße wird mit dem Grundsatz aber auch ein Nichtraucher die Immissionen des Rauchers tolerieren, weil er dessen Freiheit auch nicht vollkommen strikt begrenzen will. Trotzdem trifft in dem Falle den Raucher die größere Verantwortung, auf die Belange der ihn gebenden Menschen zu achten. Schließlich bringt nur er aktiv etwas in die Situation ein, was das Potential hat, seine Mitmenschen ggf auch sehr unangenehm zu beeinträchtigen, nicht umgekehrt: Rauch stinkt, kein Rauch stinkt nicht.
Aus dem Grund habe ich auch Probleme mit der Ansage von Rauchern: gebt Bescheid, wenn es euch stört. Damit schiebt man nämlich den Schwarzen Peter dem Nichtraucher zu. DER ist dann plötzlich der Spielverderber, darf dann die -überspitzt ausgedrückt- Rolle des Meckerers übernehmen, der was dagegen hat. Ähnliche Situation: irgendwer dreht aufm Campingplatz seine Anlage auf und geht dann rum und mit dem Spruch "sagt Bescheid wenns euch stört".
Nett gemeint, aber meiner Ansicht nach nicht wirklich korrekt.
Schwarz-weiß will ich das allerdings auch nicht verstanden wissen, bloß keine Dogmatik... Der Nichtraucher müsste die ein oder andere Rauchschwade die zwischendurch mal vorbeizieht tolerieren, im Gegenzug wärs nett, wenn der Raucher zB im dichten Gedränge auf seine Fluppe verzichtet, wo man um ihn herum dem Rauch einfach kaum ausweichen kann...
Wie überall im Leben: Fingerspitzengefühl regelt so vieles...