No Shirt, No service

24. bis 28. Juni
https://tickets.fusion-festival.de

Achtung: Ticketbetrug
_______________________________________
since2005
Beiträge: 55
Registriert: Fr 24. Sep 2021, 02:42

Re: No Shirt, No service

Beitrag von since2005 »

'CIS-Mann' wird inzwischen ebenso diskriminierend eingeordnet... egal welcher Mensch..einfach Nippel abkleben und gut oder? Funktioniert wohl am besten..
25thYoon
Beiträge: 75
Registriert: Di 19. Jun 2018, 19:08

Re: No Shirt, No service

Beitrag von 25thYoon »

since2005 hat geschrieben: So 28. Jun 2026, 21:25 'CIS-Mann' wird inzwischen ebenso diskriminierend eingeordnet... egal welcher Mensch..einfach Nippel abkleben und gut oder? Funktioniert wohl am besten..
Nein einfach alle die kein Shirt anziehen möchten, sollten dies auch tun dürfen ohne, dass irgendwelche Moralschinken sich aufspielen. Dieses Jahr gab es auch viele Frauen oben ohne, was mir zeigt das wir alle gemeinsam in die richtige Richtung gehen.
amplify667
Beiträge: 6
Registriert: Do 25. Mär 2021, 18:21

Re: No Shirt, No service

Beitrag von amplify667 »

CrazyKrab hat geschrieben: So 28. Jun 2026, 17:12 Es geht bei dem Ansatz auch darum, dass die Previlegien von
Cis Männern aufzuzeigen und nicht die Rechte von Frauen weiter einzuschränken. Es soll zum nachdenken anregen Frauen können nicht einfach ohne sexualisiert zu werden oberkörperfrei rumlaufen, Männer schon.
Die Aktion wollte den Frauen den Raum geben das zu tun, und Männer anregen das System mal zu hinterfragen.
Damit hat die Aktion vor 10 Jahren gestartet.
Frauen können hier im Osten ohne Probleme oberkörperfrei rumlaufen ohne sexualisiert zu werden.
An der Ostsee sowie and Badeseen, Kiesgruben und Steinbrüchen in Ostdeutschland sehe ich jedes Jahr unzählige Frauen (und Männer), die vollkommen nackt herumlaufen als wäre es das Normalste auf der Welt.
Da wird niemand sexualisiert, sondern das Nacktsein als ganz natürlich gesehen.
ROLLMOPS_olga
Beiträge: 8
Registriert: So 31. Mai 2026, 14:29

Re: No Shirt, No service

Beitrag von ROLLMOPS_olga »

Also zu glauben, dass Frauen nicht sexualisiert werden ist absolut naiv und fernab der Lebensrealität der meisten Flinta*. Auch die Fusion ist kein absoluter Safe space. Auch hier kommt es zu übergriffigen Verhalten. Grenzen werden nicht respektiert oder diskutiert.
Männer und Frauen haben nicht die gleichen Handlungsräume. Hinterfragt hier bitte eure Privilegien.
Außerdem nehmen Männer viel öffentlichen Raum ein und von einem Menschen, der ohne Shirt ist nehme ich mehr Abstand auf dem Floor, denn nicht jeder möchte ungefragt so viel Hautkontakt.
Ich habe viele Frauen getroffen, die sich nachts von den bühnen ferngehalten haben, weil sie sich nicht sicher gefühlt haben. Diese werden aber nicht wahr genommen.
Wenn ich auf dem gelände 50 Frauen oben ohne sehe, dann ist das eine Minderheit und steht nicht dafür, dass es für Frauen einen Safe space gibt, in dem das möglich ist.
Abgesehen davon ist die Fusion nur ein paar wenige Tage im Jahr und danach sind davor herrschen wieder andere Bedingungen.
Kons
Beiträge: 20
Registriert: Di 4. Jun 2024, 23:03

Re: No Shirt, No service

Beitrag von Kons »

Es geht dich halt nullkommanichts an, ob Menschen ein Shirt tragen oder nicht. Sonst auf tolerant machen aber bei Männernippeln kriegste nen Anfall? Der Kulturkosmos hat außerdem vor Jahren bereits klargestellt, dass dieser Slogan keine Festivalpolice ist.
extraterrestrial
Beiträge: 58
Registriert: Sa 22. Jun 2024, 13:38

Re: No Shirt, No service

Beitrag von extraterrestrial »

ROLLMOPS_olga hat geschrieben: Mo 29. Jun 2026, 07:47 Ich habe viele Frauen getroffen, die sich nachts von den bühnen ferngehalten haben, weil sie sich nicht sicher gefühlt haben. Diese werden aber nicht wahr genommen.
Uff ok. Hast du hier von Erfahrungen gehört oder Erfahrungen gemacht, die du teilen könntest?

@Kons: Tonfall finde ich daneben, das Thema ist schon ein wenig komplexer als "geht dich nullkommanichts an".
SomeTimes
Beiträge: 7
Registriert: Di 27. Jun 2023, 17:57

Re: No Shirt, No service

Beitrag von SomeTimes »

Ich empfand gerade diese Fusion als etwas Besonderes. Vielleicht auch, weil die Hitze dazu führte, dass so viele unterschiedliche Körper sichtbar wurden. Dick oder dünn, schlaksig oder muskulös, tätowiert oder nicht, geschniegelt oder mit der Patina mehrerer Festivaltage. Menschen mit Brüsten – unabhängig davon, ob sie primär oder sekundär ausgebildet sind. Körper erschienen einfach als Körper.

Genau darin lag für mich etwas zutiefst Entlastendes. Der Körper war weder Projekt noch Ware noch permanenter Bewertungsgegenstand, sondern zunächst einmal Mensch.

Wer einmal auf anderen Festivals erlebt hat, wie Frauen mit Nummern bewertet werden, Gruppen grölen, nach Brüsten rufen oder Körper entlang ökonomisierter Schönheitsnormen taxiert werden, erkennt den Unterschied sofort. Dort wird der Körper sexualisiert, kapitalisiert und zum Objekt sozialer Distinktion. Körperdysmorphie ist dort kein Nebeneffekt, sondern beinahe systemische Folge.

Dasselbe gilt längst für Männer. Kaum eine Generation war so stark mit algorithmisch produzierten Idealbildern konfrontiert. Der permanent definierte Oberkörper, niedriger Körperfettanteil, maximaler Muskelaufbau und ein hypertrophes Männlichkeitsideal haben die Körperdysmorphie junger Männer massiv ansteigen lassen. Die Folgen reichen von Essstörungen über exzessiven Fitnesskonsum bis zum Missbrauch anaboler Steroide. Gerade deshalb wirkt ein Ort befreiend, an dem der schmale Körper neben dem muskulösen ebenso selbstverständlich existiert wie der behaarte neben dem rasierten oder der trainierte neben dem untrainierten – ohne permanente Einordnung, Optimierung oder Bewertung.

Die Fusion stand für mich immer für das Gegenteil. Für eine Form gelebter Körperneutralität. Gerade deshalb irritiert mich der gegenwärtige Diskurs. Er wirkt wie die Wiederkehr einer eigentümlich frigid gewordenen Sexualmoral. Seit den französischen Denkschulen der 1970er Jahre, über Teile des Radikalfeminismus bis hin zu heutigen identitätspolitischen Diskursen verschiebt sich der Fokus zunehmend vom Recht auf Körperlichkeit hin zum Recht, Körper moralisch zu regulieren. Das Paradoxe daran: Ausgerechnet dort, wo einst Befreiung versprochen wurde, entstehen neue Normen, neue Scham und neue Definitionsansprüche. Damit reicht man den kulturell Konservativen am Ende unfreiwillig die Hand.

Lasst uns dieses seltene Gut nicht von wenigen verderben lassen, die glauben, über Körperlichkeit und Sexualmoral verfügen zu dürfen. Free all nipples.
fusiodusio
Beiträge: 56
Registriert: Di 16. Jun 2026, 11:10

Re: No Shirt, No service

Beitrag von fusiodusio »

Liebe Mitmänner,
auch wenn euer Freiheitsbedürfnis in diesem Thema groß zu sein scheint und Bevormundung in jedem Thema nervt:
ihr könnt hier ja lesen, dass es viele Personen gibt, die es stört wenn ihr OKF über das Festivalgelände lauft. Das kann man natürlich hinterfragen, ich finde jedoch dass man daraus auch den Schluss ziehen kann, sich zumindest ein kleines Tape über die Nippel zu kleben. So habt ihr die gleiche Fläche zum auskühlen und Menschen nehmen zumindest wahr, dass ihr für sie mitdenkt und fühlen sich damit sicherer.

Ist das nicht ein guter Deal für alle?
rauchhaus
Beiträge: 393
Registriert: Mi 4. Jul 2018, 20:47

Re: No Shirt, No service

Beitrag von rauchhaus »

SomeTimes hat geschrieben: Mo 29. Jun 2026, 09:49 Ich empfand gerade diese Fusion als etwas Besonderes. Vielleicht auch, weil die Hitze dazu führte, dass so viele unterschiedliche Körper sichtbar wurden. Dick oder dünn, schlaksig oder muskulös, tätowiert oder nicht, geschniegelt oder mit der Patina mehrerer Festivaltage. Menschen mit Brüsten – unabhängig davon, ob sie primär oder sekundär ausgebildet sind. Körper erschienen einfach als Körper.

Genau darin lag für mich etwas zutiefst Entlastendes. Der Körper war weder Projekt noch Ware noch permanenter Bewertungsgegenstand, sondern zunächst einmal Mensch.

Wer einmal auf anderen Festivals erlebt hat, wie Frauen mit Nummern bewertet werden, Gruppen grölen, nach Brüsten rufen oder Körper entlang ökonomisierter Schönheitsnormen taxiert werden, erkennt den Unterschied sofort. Dort wird der Körper sexualisiert, kapitalisiert und zum Objekt sozialer Distinktion. Körperdysmorphie ist dort kein Nebeneffekt, sondern beinahe systemische Folge.

Dasselbe gilt längst für Männer. Kaum eine Generation war so stark mit algorithmisch produzierten Idealbildern konfrontiert. Der permanent definierte Oberkörper, niedriger Körperfettanteil, maximaler Muskelaufbau und ein hypertrophes Männlichkeitsideal haben die Körperdysmorphie junger Männer massiv ansteigen lassen. Die Folgen reichen von Essstörungen über exzessiven Fitnesskonsum bis zum Missbrauch anaboler Steroide. Gerade deshalb wirkt ein Ort befreiend, an dem der schmale Körper neben dem muskulösen ebenso selbstverständlich existiert wie der behaarte neben dem rasierten oder der trainierte neben dem untrainierten – ohne permanente Einordnung, Optimierung oder Bewertung.

Die Fusion stand für mich immer für das Gegenteil. Für eine Form gelebter Körperneutralität. Gerade deshalb irritiert mich der gegenwärtige Diskurs. Er wirkt wie die Wiederkehr einer eigentümlich frigid gewordenen Sexualmoral. Seit den französischen Denkschulen der 1970er Jahre, über Teile des Radikalfeminismus bis hin zu heutigen identitätspolitischen Diskursen verschiebt sich der Fokus zunehmend vom Recht auf Körperlichkeit hin zum Recht, Körper moralisch zu regulieren. Das Paradoxe daran: Ausgerechnet dort, wo einst Befreiung versprochen wurde, entstehen neue Normen, neue Scham und neue Definitionsansprüche. Damit reicht man den kulturell Konservativen am Ende unfreiwillig die Hand.

Lasst uns dieses seltene Gut nicht von wenigen verderben lassen, die glauben, über Körperlichkeit und Sexualmoral verfügen zu dürfen. Free all nipples.
<3
HansDampfMampf
Beiträge: 5
Registriert: Sa 2. Jul 2016, 11:58

Re: No Shirt, No service

Beitrag von HansDampfMampf »

ROLLMOPS_olga hat geschrieben: Mo 29. Jun 2026, 07:47 Ich habe viele Frauen getroffen, die sich nachts von den bühnen ferngehalten haben, weil sie sich nicht sicher gefühlt haben. Diese werden aber nicht wahr genommen.
Das geht natürlich gar nicht! Wenn sich Frauen nich sicher fühlen aufgrund von irgendwelchen dudes, bitte ermutigen das Awareness Team aufzusuchen.


Zu no shirt no service: ist es wirklich so schwer zu akzeptieren, dass es da auch (vielleicht korrekte? 😅) Leute gibt die vielleicht einfach ne andere Meinung dazu haben? Also ich finde davon auszugehen dass jeder Mann das tun muss und sonst daneben ist und daraus ungeschriebene, vom Kulturkosmos nicht abgesegnete Festivalpolice zu machen verkehrt.
Es widerspricht einfach den Idealen vieler, mit Verboten oder Einschränkungen zu mehr Freiheit zu gelangen.
Einer Person bei 40 Grad nichts zu trinken zu verkaufen weil sie kein Shirt anhat, hat einfach nichts mit gelebter Freiheit und Festival zu tun für mich.
Antworten